Botschaften als Tourismustreiber

Tourismus ist für alle Länder eine wichtige Einnahmequelle. Jedes Land unterhält staatliche Strukturen, die sich um die Vermarktung des Landes kümmern. Einige, vor allem reiche Länder statten die Tourismuswerbung grosszügig aus. Oft wird das Geld für Bildung, Infrastruktur, Gesundheit im Land gebraucht. Investitionen in die touristische Werbung liegt brach. Warum engagieren sich die ausländischen Vertretungen meistens gar nicht, oft liegen bei den Botschaften nicht mal Länderinformationen aus.

Das Vorurteil, dass die Eliten eines Landes ihre verwöhnten Kinder  im diplomatischen Dienst stellen, stimmt oft. Die Ausbildung von Botschaftsangehörigen erfolgt auf Elitehochschulen in westlichen Ländern. Botschaften befinden sich in eleganten Villen, Limousinen stehen dort. Wenn es eine Besprechung gibt, zu Förderquellen oder ein Wirtschaftsempfang ist, werden andere Termine abgesagt, mit den “normalen” Leuten wenig Kontakt gepflegt. Eliten leben oft in einer Blase. 

Die Einnahmequelle durch Visa schmälert sich laufend, weil ja weniger Leute reisen. Wo bleibt die Fantasie? Statt Visabürokratie könnten Länderabende veranstaltet werden, organisiert mit Touristikern und Restaurants, der dortigen Küche. Mehr Gespräche mit Kleinunternehmern, auch online. Handelskammern, die ohne feste Mitgliedsbeiträge Gäste zu lassen. Ein eigenes TV Programm zusammenstellen, eine Stunde pro Woche.

Das bedeutet viel Arbeit, diese Arbeit ist nach aussen sichtbar. Die diplomatische Arbeit geschieht im Stillen. Deswegen ist es wichtig für Botschaften sichtbare Leistungen zu bieten. In den Medien erscheinen und bei den Leuten Aufmerksamkeit erwecken, braucht einen langen Atem. Vor allen bedeutet es sich vom Elitedenken abzukoppeln. Die Menschen im Gastland und im Heimatland zählen genau so, wie offizielle Behördenvertreter oder Führungsleute aus der Wirtschaft.

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